Freitag, 31.7. und Samstag 1.8.2020

Schreibworkshop 

Ganz Frau  

ganz ohne Brust!?!      

Schreibworkshop für Frauen nach Brustkrebs mit und ohne Amputation                                 

Freitag, 31.7..2020, 14:00 bis 17:30

Samstag, 1..8.2020, 10:00 bis 16:00 

inkl. Pause

160 Euro 

Anmeldung nach persönlichem Gespräch


Da ich selbst zweimal an Brustkrebs erkrankt bin und eine doppelte Brustamputation hinter mir habe, kenne ich all die Phasen, die eine Frau nach dieser Diagnose und entsprechender Behandlung durchläuft. Aufgrund meiner generellen Skepsis der Schulmedizin gegenüber habe ich nur aufgrund massiven Drucks seitens der Ärztinnen und meines Mannes in die 

Operation und folgende Chemotherapie eingewilligt, so dass ich besonders die Hilflosigkeit und das Gefühl des Ausgeliefertseins kenne. Mit einer Entscheidung, die andere als gut für mich erachtet haben, muss nun ich leben. Auch die persönlichen Krisen, die diese Krankheit mit sich bringt, habe ich erfahren: Dass mein Mann mit meiner Krankheit nicht umgehen konnte, hat mir die Probleme in unserer Beziehung exemplarisch vor Augen geführt, so dass ich mich von ihm getrennt habe. Nach der Trennung hat sich bei mir eine enorme Erleichterung und Befreiung eingestellt und so habe ich im Nachhinein meine Ehe und meine Rolle in dieser als einen Grund für die Entstehung der Krankheit erkannt. 

Natürlich hat jede Frau mit Brustkrebs andere Thematiken, doch der Tenor bleibt: die Brust steht für das Frau- und Muttersein, steht für Weiblichkeit, Nähren und Selbstliebe sowie für die Fähigkeit, Liebe annehmen und empfangen zu können. Auf diese Themen möchte ich den Fokus richten.
 Die Beschäftigung mit spirituellen Inhalten hat mich vor allem durch die Zeit nach der Krankheit getragen. Mein Wissen aus diesem für mich essentiellen Bereich möchte ich in die Schreibgruppe einfließen lassen.

Den Teilnehmerinnen soll die Möglichkeit gegeben werden, sich der überstandenen Krankheit mit einer gewissen zeitlichen Distanz rückblickend wieder anzunähern, um Fragen an sie zu stellen, die während der Zeit zwischen Diagnose und Rekonvaleszenz nicht gestellt und/oder nicht beantwortet werden konnten: Was wollte der Krebs mir sagen? (Wie) Bin ich unterstützt und aufgefangen, wo bedrängt und gedrängt worden? Wie habe ich mich unmittelbar nach der Operation gefühlt, und wer war für mich da? Welche Veränderungen hat der Krebs in meinem Leben (in mir, in meinem beruflichen, privaten, familiären Umfeld) bewirkt? 
Zentralen Stellenwert hat dabei die Art der Annäherung an die Krankheit: Ich möchte sie nicht als zu besiegenden Feind verstanden wissen, sondern als zu integrierenden Teil, der sich andere Kanäle suchen wird, wenn er nicht angenommen und in seinen (emotionalen und psychischen) Ursachen befragt wird. Das Ziel des Workshops sehe ich in der Versöhnung: Versöhnung mit der Krankheit; Versöhnung mit denjenigen, die sich vielleicht nicht so verhalten haben, wie die Teilnehmerinnen es sich gewünscht hätten; Versöhnung mit dem eigenen Körper. Ich wünsche mir, dass die Teilnehmerinnen sich am Ende (mehr) eingebunden fühlen, sowohl in eine Gruppe Gleichgesinnter als auch in einen universellen, spirituellen Zusammenhang. Durch dieses Gefühl des Verbunden- und Eingebundenseins kann ein Verständnis dafür entstehen, dass unsere Seele zwar das Leid mitgetragen hat, aber dass nur der sterbliche Körper zerstümmelt wurde. So kann Gelassenheit im Umgang mit dem eigenen Körper entstehen.